Traumatologie
Das Schädel-Hirn-Trauma
Die Kopfverletzung ist immer noch die häufigste Todesursache bei Menschen zwischen 15 und 20 Jahren. Auf 100'000 Patienten liegen 200-300 wegen Kopfverletzungen im Spital.
Man unterscheidet 3 Schweregrade bei Kopfverletzungen. Die Einteilung erfolgt nach der sog. Glasgow-Coma-Scale oder einfach GCS genannt: Gesunde Menschen haben das Maximum von 15 Punkten, wobei das Minimum bei 3 Punkten liegt.
Somit ergibt sich folgende Einteilung:
Ein Patient mit einem schweren SHT hat zwischen 3 und 8 Punkten, ein mittelschweres SHT hat zwischen 9 und 13 Punkten und ein leichtes hat 14 oder 15 Punkte.
Die weitaus häufigste Form des Schädel-Hirn-Traumas ist das leichte SHT. Diese im Fachbereich als Commotio cerebri benannte Verletzung wird im Volksmund auch Hirnerschütterung genannt.
Typischerweise ist ein Patient für eine kurze Zeit bewusstlos (meist weniger als 1 Minute) und hat danach eine kurze oder längere Erinnerungslücke (als Amnesie bezeichnet). Eine solche Verletzung ist in den allermeisten Fälle harmlos und bedarf keiner Therapie. In vielen Fällen sollte jedoch eine Computertomographie des Schädels durchgeführt werden. Der Grund hierfür liegt in der Gefahr der sogenannten Epiduralhämatome, wobei das Auftreten eines Epiduralhämatoms nach einer Commotio jedoch eine absolute Ausnahme darstellt.
Daneben gibt es eine Reihe verschiedener Verletzungsformen des Kopfes. Man unterscheidet Brüche des Schädels und verschiedene Blutungen.
Die Schädelbrüche bedürfen meist keiner Operation und heilen innerhalb von 4-6-Wochen spontan.
Bei den Blutungen unterscheidet man folgende:
- Epiduralhämatome
- Subduralhämatome
- Kontusionsblutungen
| Epiduralhämatome: | ||
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Das sind Blutungen die zwischen dem Schädelknochen und der äussersten
Hirnhaut liegen. Sie sind gefährlich, weil sie ein sogenanntes stummes Intervall haben können. d.h. eine Zeit, in der der Patient nichts Auffälliges bemerkt. Epiduralhämatome sind jedoch relativ selten. Das stumme Intervall dauert in 90% der Fälle nur 4-6-Stunden. Bei rechtzeitiger Erkennung erfolgt meist eine Operation und die Prognose ist in vielen Fällen gut. |
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| Subduralhämatome: | ||
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Dies ist eine Blutung zwischen der ersten und zweiten Hirnhaut. Um eine
solche Blutung auszulösen, braucht es meistens sehr viel Gewalt. Sie ist
extrem gefährlich und hat eine Letalität von ca. 45%. Eine sofortige
Operation ist oft notwendig, ausser bei sehr kleinen Subduralhämatomen. |
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| Kontusionsblutungen: | ||
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Das sind Blutungen, die direkt im Gehirn liegen. Man kann sich das wie
eine blauer Fleck (Bluterguss) vorstellen nur nicht z.B. am Arm, sondern im Gehirn.
Je nach Grösse müssen sie operiert werden. Sie können einzeln oder
multipel vorliegen. |
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Bei allen Kopfverletzungen ist die Untersuchungsmethode der Wahl der Computertomograph oder CT genannt.
Die Hauptgefahr bei Verletzungen des Kopfes liegt im Anstieg des sogenannten Hirndruckes!
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Das Problem beim Anstieg des Hirndruckes ist, dass der Schädelknochen kein Ausweichen des Hirnes erlaubt um somit der Druck im Schädel weiter ansteigt. Dies führt dazu, dass Teile des Hirns versuchen dem Druck auszuweichen und sich in Richtung der einzigen Schädelöffnung bewegen. Diese Öffnung ist dort, wo das Hirn ins Rückenmark übergeht. Diese Öffnung ist jedoch viel zu klein, so dass es zum Einklemmen von Hirnmasse kommt. Dieses Einklemmen wiederum führt zum Absterben von Hirnzellen, da die dem Druck nicht standhalten können. Dadurch kommt es zum Atemstillstand und zum Kreislaufversagen beim Patienten und somit zum Tod. |
Die Gegenmassnahmen sind nicht immer effektiv und das operative Entfernen des Schädelknochens nur eine Möglichkeit.
Die Prognose bei Kopfverletzungen ist stark abhängig vom Schweregrad und kann in den meisten Fällen nicht vorausgesagt werden.
Die Erholung nach mittelschweren und schweren SHT dauert lange (Monate bis 2 Jahre) und ist aufwendig. Meist müssen lange Aufenthalte in speziellen Rehabilitationskliniken in Kauf genommen werden. Die Fortschritte kommen nur sehr langsam. Bei schweren SHT ist in den meisten Fällen mit bleibenden Schäden zu rechnen.








