Leitbild und Vision

Leitbild und ethische Grundsätze der Neurochirurgischen Klinik am Kantonsspital St. Gallen

Die Neurochirurginnen und Neurochirurgen am Kantonsspital St. Gallen fühlen sich zur Verwirklichung von Humanität im Alltag verpflichtet. Sie respektieren die Würde und den Autonomieanspruch der ihnen anvertrauten kranken Menschen. Ihr Handeln zeichnet sich durch eine qualitativ hochstehende empirisch rational betriebene Medizin aus. Dies schliesst die kritische Selbstreflexion der Ärztin/des Arztes über ihre/seine Handlungen mit ein. Im Rahmen ihrer Standesorganisation pflegen die St. Galler Neurochirurginnen und Neurochirurgen den gegenseitigen Austausch über ethische und qualitative Entscheidungs- und Handlungsstandards.

Liebenswürdigkeit und korrekte Umgangsformen gegenüber Patienten, ehrbares Verhalten, Zuwendung, Geduld, Diskretion und Selbstdisziplin sind Merkmale der neurochirurgisch tätigen Ärztin/Arztes. Profundes ärztliches Wissen, Unterstützung der Prävention und Interesse an der Forschung sind ihnen ein Anliegen. Die Ärztinnen und Ärzte in der hiesigen Klinik verstehen sich nicht als Vertreter eines Medizingeschäfts. Sie praktizieren Sensibilität, Menschlichkeit,  Nächstenliebe und Wohlwollen sowie religiöse Toleranz auch gegenüber allen anderen Ethnien.

Neurochirurginnen und Neurochirurgen orientieren sich untereinander am Prinzip der kollegialen Solidarität. Ärztliche Eigeninteressen und Neigungen sowie das Streben nach Wohlergehen müssen mit dem Interesse der Allgemeinheit in Einklang stehen und dürfen das Wohlergehen des Kranken nicht beeinträchtigen.


Schwerpunkte und Dienstleistungen

Die Neurochirurgische Klinik am Zentrumsspital St. Gallen betreut die Kantone St. Gallen und die beiden Appenzell sowie auch Lichtenstein. Das Einzugsgebiet beträgt etwa 350'000 - 400'000 Einwohner. In der Klinik arbeiten 6 Oberärztinnen und Oberärzte sowie 11 Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung zusammen mit dem Chefarzt.

Die Neurochirurgie St. Gallen bietet für die genannten Regionen die Grundversorgung und auch die erweiterte Grundversorgung, d.h. die gesamte neurochirurgische Behandlungstechnik des Fachgebietes. Hierzu zählen operative Eingriffe zur Behandlung von Tumorleiden des Gehirns und des Rückenmarks. Weiterhin werden angeboten: operative Methoden zur Therapie von Gefässerkrankungen des Gehirns und der Wirbelsäule, operative Techniken zur Behandlung von degenerativen Wirbelsäulenleiden und Missbildungen in diesem Bereich, neurochirurgische Massnahmen bei kindlichen Erkrankungen des Nervensystems und des Bewegungsapparates, Therapien zur Schmerzbehandlung und Betreuung von Patienten mit Schädel-Hirn-Verletzungen und entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems. Es stehen der neurochirurgischen Abteilung 3 Operationssäle mit Operationsmikroskopen zur Verfügung. Die St. Galler Neurochirurgie bietet zudem die Technik der Hypophysenoperation durch die Nase an, z.T. mit Unterstützung durch endoskopische Möglichkeiten. Weitere Themen: Stereotaxie, Eingriffe zur Schmerzbehandlung (Medikamentenpumpen, Rückenmarkstimulation, tiefe Hirnstimulation), Behandlung der Trigeminusneuralgie und des Gesichtsmuskelspasmus, Manualtherapie und Epilepsiechirurgie.

Bevorzugt werden minimal invasive mikrochirurgische Techniken auch unter Anwendung der Endoskopie, der Neuronavigation, des Ultraschalls und Monitoringmethoden während des Eingriffs am Nervensystem. Seit 2006 wird auch die Technik der tiefen Hirnstimulation bei Parkinsonkranken, Tremor und Dystonien angeboten. Im Bereich der Hypophysenchirurgie besteht eine enge Anbindung an die hiesige endokrinologische Abteilung sowie zum Netzwerk Basel-Zürich-Aarau-Luzern. Umfangreiche operative Möglichkeiten bestehen auch für den Bereich der peripheren Nervenchirurgie (Carpaltunnel-Syndrom, etc.), der Kypho- und Vertebroplastie bei osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen und auch für die komplexe Schädelbasis-Chirurgie. Dies setzt eine enge Kooperation mit Spezialisten im Bereich der Anästhesie im hiesigen Spital voraus. Innovationen wurden im Jahr 2006 realisiert durch Einführung und Anwendung modernster Techniken zur  farbstoffgestützten Hirntumorchirurgie und der stereotaktischen Radiotherapie (in Vorbereitung) in Zusammenarbeit mit der Radioonkologischen Klinik.

Die Ärztinnen und Ärzte der Neurochirurgischen Klinik praktizieren eine enge Zusammenarbeit mit den ärztlichen Zuweisern und den Kur- und Rehabilitationskliniken. Ferner stehen sie in engem Kontakt mit den Spezialdisziplinen vor Ort: Chirurgische Intensivmedizin, Neuropsychologie, Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie, Radioonkologie, Onkologie, HNO, Neurologie und Geriatrie, psychologischer Dienst sowie dem Sozialdienst.

Die ärztlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind stark engagiert für einen Ambulanzbetrieb (im Jahr 6'000 Patientenvorstellungen) mit geringen Wartezeiten, für Konsiliardienste, Abfassung von Gutachten und täglicher Mitarbeit in der zentralen Notaufnahme in einem 24-Stunden Rhythmus. Die kinderneurochirurgischen Bedürfnisse des Kinderspitals werden durch einen gesonderten ärztlichen Dienst abgedeckt.

Die Mitarbeiter der Neurochirurgischen Klinik engagieren sich im Bereich von Forschung und Ausbildung in- und ausländischer Studenten, junger Ärztinnen und Ärzten und den Pflegenden. Es bestehen enge Verbindungen über konsiliarärztliche Leistungen mit dem Paraplegikerzentrum Nottwil im Bereich der chirurgischen Behandlung von Syringomyelie, tiefen Hirnstimulation und weitere Massnahmen zur Schmerztherapie (Medikamentenpumpen, Rückenmarkstimulation). Die Neurochirurgische Klinik verfügt über Operationsräumlichkeiten und ein entsprechendes Instrumentarium auf neuestem Niveau. Im Jahr werden mehr als 2'000 Eingriffe im Operationssaal durchgeführt.

Jährlich werden Fortbildungsveranstaltungen für ärztliche Zuweiser und Informationen für Laien im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen angeboten. Die Mitarbeiter der Klinik sind darüber hinaus regelmässig involviert in die Organisation für Weiter- und Fortbildung der Neurochirurginnen und Neurochirurgen in der Schweiz (Jahrestagungen und Versammlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Neurochirurgie).

Die Neurochirurgische Klinik am Kantonsspital St. Gallen verfügt seit 10 Jahren über den sogenannten Ausbildungsstatus "A", der mit dem Leistungsangebot einer Universitätsklinik gleichzusetzen ist.

Im Jahr 2009 hat die Neurochirurgische Klinik die internationale Akkreditierung der UEMS erhalten.