Cervikale Diskushernie
Allgemeiner Teil
An der menschlichen Wirbelsäule haben wir 23 Bandscheiben. Zwischen dem ersten Wirbel (lat. Atlas) und dem zweiten Wirbel (Axis) haben wir keine Bandscheibe, sondern Gelenkknorpelauflagen.
Der Bandscheibenvorfall entsteht durch meist langjährige Vorschädigung der Bandscheibe (Discus intervertebralis), d.h. dessen Faserringgewebes (Anulus fibrosus). Der sogenannte Gallertkern (Nucleus pulposus) der Bandscheibe besteht aus einem gallertartigen Gewebe und kann bei Belastung die Funktion einer hydraulischen Kugel übernehmen. Dadurch ergibt sich die hohe Beweglichkeit der gesamten Wirbelsäule, aber auch ihre hohe Stabilität.
Der Bandscheibenvorfall (lat. Prolapsus nuclei pulposi, Discusprolaps) ist eine Erkrankung, bei der Teile der Bandscheibe in den Spinalnerven- oder Rückenmarkskanal vortreten. Dies stellt sich in der bildgebenden Diagnostik als Protrusion (Vorwölbung) oder Prolaps (Vorfall) dar.
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1 Rückenmark 2 Dorsalwurzel 3 Spinalganglion 4 Ventralwurzel 5 Spinalnerv 6 Faserring, 7 Gallertkern 8 Wirbelkörper |
Ursachen
Es gibt verschiedene Ursachen für einen Bandscheibenvorfall:
- genetische Schwächen
- einseitige Belastungen in Beruf und / oder Freizeit
- Übergewicht, Bewegungsmangel und Fehlhaltung
- eine muskuläre Schwäche (Insuffizienz der paravertebralen Muskulatur)
Die ausschließlich unfall- oder verletzungsbedingte Schädigung der Bandscheibe ist bislang nicht als Ursache – Wirkungskette nachgewiesen. Gesundes Bandscheibengewebe reißt, wenn überhaupt, dann mit einem Stück Knochen zusammen aus dem Wirbelkörper. Es gibt viele alte Leute mit über 90 Jahren, die in ihrem arbeitsreichen Leben niemals Beschwerden an der Wirbelsäule, bzw. den Bandscheiben hatten. Anderseits gibt es Kinder, die schon einen Bandscheibenvorfall hatten.
Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 40 Jahren, die am häufigsten betroffenen Wirbel liegen im Lendenwirbelbereich. Weniger häufig betroffen sind Halswirbel und nur sehr selten die Brustwirbel.
Diagnose
Ein Bandscheibenvorfall kann sich symptomlos ereignen, und wird unter Umständen gar nicht erst entdeckt. Die häufigsten klinischen Symptome sind starke Schmerzen, die sowohl in den Nacken wie auch in die Arme ausstrahlen können. In Verbindung mit dieser Symptomatik können Empfindungsstörungen (Parästhesien) und / oder Lähmungen eintreten.
Zur Diagnosesicherung wird ein CT (Computertomographie) oder ein MRT (Magnetresonaztomographie) der Halswirbelsäule angefertigt.
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MRT der Halswirbelsäule Bandscheibenvorfall zwischen dem 5. und 6. Halswirbelkörper |
Therapie
Sowohl konservative Behandlung (Physiotherapie, Rückenschulung, Muskelaufbautraining, etc.) als auch die operative Versorgung können zum Erfolg führen. Sogenannte minimal-invasive Eingriffe und mikrochirurgische Verfahren gehören in diesem Zusammenhang genannt. In einigen Fällen erfolgt eine Versteifung benachbarter Wirbelkörper durch eingebrachtes Metallmaterial (Spondylodese).
Grundsätzlich sollten immer auch die Ursachen eines Bandscheibenvorfalls der Therapie zugeführt werden:
- Fehlhaltungen
- Überbelastungen
- Schwäche der Rumpfmuskulatur
- usw.
Operative Verfahren
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Indikatoren für Sulfixdübel:
- wenig Degeneration der Halwirbelsäule
- Bandscheibe nicht stark höhengemindert
- keine knöcherne Foramenstenose (30° Seitaufnahmen) reine soft disc
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Operation nach Frykholm
- operativer Zugang von hinten (dorsal)
- bei sehr lateralem Vorfall ohne Foramenstenose
- Indikatoren für Platte und Beckenspan:
- operativer Zugang von vorne (ventral)
- deutliche Degeneration der Halswirbelsäule
- deutliche Retrospondylose
- Instabilität
- zervikale Myelopathie
- deutliche foraminale knöcherne Komponente
- hard disc
- multisegmentaler Befund
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Einsatz von Prothesen
- siehe extra Kapitel
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Röntgenaufnahme der Halswirbelsäule Situation nach der operativen Versorgung des 5. und 6. Halswirbels mit Platte und Beckenspan. |







