Tiefe Hirnstimulation bei Bewegungsstörungen
Seit 2007 gehört die tiefe Hirnstimulation bei Morbus Parkinson, essentiellem Tremor und Dystonie zum Therapiespektrum des Kantonsspitals St.Gallen.
Der Morbus Parkinson zählt weltweit zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen . Etwa 2% aller über 65-Jährigen sind betroffen. In der Schweiz leiden zur Zeit ca. 20’000 Patienten unter Morbus Parkinson. Auch der essentielle Tremor sowie andere Tremorsyndrome (verschiedene Formen von Zittern) und Dystonien gehören zu den Bewegungsstörungen.
Die Ursache dieser Bewegungsstörungen ist eine Beeinträchtigung der Funktion der Basalganglien, einer tief im Gehirn liegenden Gruppe von Nervenzellen. Der Morbus Parkinson ist gekennzeichnet durch einen Verlust an dopaminergen Nervenzellen in der Substantia nigra des Mittelhirns.
Wenn die medikamentöse Behandlung zu ineffektiv oder von schweren Nebenwirkungen behaftet war, kann die stereotaktische Implantation von Hirnelektroden in Erwägung gezogen werden. Voraussetzung für einen Erfolg der Operation ist ein grundsätzliches Ansprechen auf die Dopa-Therapie.
Bei der tiefen Hirnstimulation werden elektrische Stimulationen über genau definierte Hirnstrukturen vorgenommen. Stereotaktisch eingeführte Elektroden sind mit einem voll implantierbaren Impulsgenerator verbunden. Die Stimulationsparameter können nach der Implantation telemetrisch verändert werden, um bei fortschreitender Grundkrankheit die Wirksamkeit der Therapie zu erhöhen oder Nebenwirkungen zu reduzieren. Sind die Elektroden korrekt platziert, können die Hauptsymptome des Morbus Parkinson (Zittern, Muskelsteifheit und Haltungsinstabilität) wirkungsvoll unterdrückt werden. Patienten mit essentiellem Tremor und schwerer Dystonie können auf die gleiche Weise behandelt werden.
Für die Implantation der Elektroden stehen in Abhängigkeit von den klinischen Symptomen der Patienten verschiedene Zielpunkte zur Verfügung.




